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Trying to Find a Way out of Nowhere

Als Kind und bis zum heutigen Tag, war und ist Musik für mich nie nur einfach Musik. Sie ist viel mehr als nur eine Begleiterscheinung. Für mich ist eine Vinyl / Musik pures Leben.


Es war der Moment, eine CD oder ein Vinyl in die Hand zu nehmen. Die Folie vorsichtig zu öffnen. Das Cover zu betrachten. Das Booklet aufzuschlagen. Noch bevor ein einziger Ton lief, war ich bereits ganz in diesem Booklet und in den Texten verloren.


Hier stand die Zeit still. Diese Seiten, die Fotos, die Texte und diese Stille, die alles vorbereitet hat.


Manchmal war ich enttäuscht, wenn ein Booklet nur zwei Seiten hatte. Ich wollte mehr. Mehr Raum. Mehr Geschichten. Mehr Welten zwischen Papier und Druckerschwärze und vielleicht wollte ich auch einfach irgendwo anders sein.


In schwierigen Zeiten war Musik für mich eine Flucht. Ein Ausgang aus dem, was ich nicht verstehen, nicht fühlen oder nicht aussprechen konnte. Während draussen alles laut und verwirrend war, gab es in diesen Booklets eine andere Realität. Eine, in der ich verschwinden durfte. Eine, in der niemand etwas von mir erwartete. Eine, in der Gefühle erlaubt waren, ohne erklärt werden zu müssen.


Als ich später selbst Musik gemacht habe, war mir eines sofort klar: Wenn jemand meine Musik in den Händen hält, soll es mehr sein als ein schlichtes Cover. Ich wollte lebendige Seiten und Räume die Bilder in meinem Kopf kreierten, etwas, worin man sich verlieren kann.


Denn Fotos sind still und trotzdem erzählen sie oft mehr als tausend Worte. Sie halten einen Moment fest, ohne ihn zu kommentieren. Sie lassen Raum für Interpretation.


Wir glauben, wir müssten ständig etwas tun, etwas verstehen, etwas lösen. Dabei will unsere Seele manchmal einfach nur still sein. Nicht analysieren, nicht erklären, nicht funktionieren, sondern Still sein wie ein Foto. Still sein wie ein aufgeschlagenes Booklet, bevor die Musik beginnt.


Dieser Moment, in dem noch nichts passiert ist und doch schon alles möglich ist. Dieser Raum zwischen den Dingen, dies ist kein Nichts, das ist der Zwischenraum. Ein Ort, an dem du nicht reagieren musst. Ein Ort, an dem du nicht bewertet wirst. Ein Ort, an dem du einfach sein darfst. Hier triffst du bewusste Entscheidungen. Hier beginnt dein Leben.


........als Kind war Musik für mich ein Zufluchtsort. Noch bevor ein Ton lief, war ich schon im Booklet verloren. In Bildern, in Texten, in diesem stillen Raum zwischen den Dingen.


Genau dort beginnt Bewusstheit. Nicht im Lärm, nicht im Verstehen, nicht im Wollen, sondern im Dazwischen. Im Stillwerden, im Nichtstun, im Sein. Dieser Zwischenraum ist der Anfang von allem. Dieser Zwischenraum sollte für uns alle Heilig sein und sollte unter allen Umständen für immer und ewig beschützt werden.


Love & Peace

Michael



 
 
 

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